|
|
KOPFSCHMERZEN UND MIGRÄNE
|
 |
|
Was ist das? Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen mit über 200 Ursachen. Typische Merkmale der Migräne sind oft einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzattacken. Diese werden begleitet von Appetitlosigkeit, oft auch Übelkeit, Lichtscheuheit, Lärmempfindlichkeit. Individuell finden sich unterschiedliche Auslöser der Attacken wie Menstruation, Stress etc.
Wer ist davon betroffen? Kopfschmerzen sind häufig: So leiden bis zu 70 Prozent der Bevölkerung an episodischen Spannungskopfschmerzen, zehn bis zwölf Prozent an einer Migräne, ein Prozent an Kopfschmerzen durch Medikamentenmissbrauch und vier Prozent an chronischen Kopfschmerzen. Unter chronischen Kopfschmerzen versteht man solche, die über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten 15 Tage im Monat auftreten. Frauen sind von Kopfschmerzen dreimal häufiger betroffen als Männer.
|
 |
|
CHRONISCHE RÜCKENSCHMERZEN
|
 |
|
Was ist das? Chronische Rückenschmerzen sind Schmerzen, die seit mindestens drei Monaten bestehen. Sie können während dieser Zeit in Intensität und Ausprägung variieren.
Wer ist davon betroffen? Etwa 22 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer klagten im Jahr 2002 über chronische Rückenschmerzen. Nicht jeder Rückenschmerz ist neurologisch, dennoch braucht chronischer Rückenschmerz in jedem Fall eine neurologische Abklärung.
|
 |
|
SCHLAFSTÖRUNGEN
|
 |
|
Was ist das? Viele neurologische Erkrankungen (Parkinson, Demenz, Tumore, Epilepsie) oder psychiatrische Störungen können Ursache einer Schlafstörung sein. Zu den häufigen Auslösern zählen ein erhöhter Konsum von Alkohol, Koffein oder Nikotin sowie eine Vielzahl von Medikamenten oder auch die Fehleinschätzung des eigenen Schlafbedürfnisses.
Wer ist davon betroffen? Etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrieländern geben in Umfragen einen gestörten und nicht-erholsamen Schlaf an.
|
 |
|
ISCHÄMISCHER SCHLAGANFALL
|
 |
|
Was ist das? Der ischämische Schlaganfall, auch Hirninfakt genannt, ist eine Form des Schlaganfalls. Durch Verschlüsse in Blutgefäßen des Gehirns kommt es zu plötzlicher Minderdurchblutung in bestimmten Gehirnregionen. Die Folgen sind unter anderem Lähmungen, Sprachstörungen und Gedächtnisverlust.
Wer ist davon betroffen? In der Todesursachenstatistik liegt der ischämische Schlaganfall mit 9,5 Prozent an dritter Stelle aller Todesursachen (Statistisches Bundesamt 2003). Pro Jahr erleiden in Deutschland 150.000 Menschen einen ischämischen Schlaganfall. Hinzu kommen Patienen, die von sogenannten „TIA’s” betroffen sind – kleine Schlaganfälle mit vollständiger Erholung. Die Sterblichkeit des Schlaganfalls beträgt etwa 25 Prozent. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache dauerhafter Behinderung und in Industrieländern die teuerste Krankheit überhaupt. Aufgrund der Häufigkeit verursachen Akutbehandlung, Rehabilitation und Folgekosten für die Therapie hohe Ausgaben im Gesundheitswesen.
|
 |
|
EPILEPSIEN
|
 |
|
Was ist das? Bei Epilepsien handelt es sich um Krampfanfälle, die durch eine exzessive Entladung von Nervenzellen im Gehirn verursacht werden und dann auf einzelne Teile oder das gesamte Gehirn übergreifen. Dadurch kommt es zu unwillkürlichen Verhaltens- und/oder Empfindungsstörungen. Die Diagnose eines chronischen Anfallsleidens ist erst nach mehreren Anfällen möglich. Ausgelöst werden epileptische Anfälle als Folge von Hirnerkrankungen, Anlageanomalien, Alkoholmissbrauch oder unbekannter Ursache.
Wer ist davon betroffen? Epilepsie ist eine der häufigsten schweren neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind zwischen 400.000 und 800.000 Menschen betroffen.
|
 |
|
DEMENZEN
|
 |
|
Was ist das? Unter Demenzen werden Störungen des Gedächtnisses und des Denkvermögens infolge degenerativer Erkrankungen des Gehirns („Hirnzerfall”) verstanden. Häufigste Formen der Demenzen sind die Alzheimer-Erkrankung (Ablagerung von Eiweißen mit Bildung von Plaques) und Gefäßerkrankungen (Anhäufung kleiner stummer Schlaganfälle).
Wer ist davon betroffen? An Demenzen leiden zwei bis drei Prozent der über 65-Jährigen und 25 bis 50 Prozent der über 85-Jährigen. Nach dem 65. Lebensjahr liegt statistisch gesehen alle fünf Lebensjahre eine Verdopplung der Häufigkeit vor.
|
  |
|
PARKINSON-KRANKHEIT
|
 |
|
Was ist das? Bei Parkinson-Patienten wird der Gehirnbotenstoff Dopamin nicht mehr ausreichend produziert, dadurch kommt es zu Bewegungsstörungen. Typische Symptome dieser Krankheit sind Bewegungsarmut (Hypokinesie), Muskelstarre (Rigor) und Zittern der Extremitäten (Tremor).
Wer ist davon betroffen? In Deutschland gibt es derzeit zwischen 300.000 und 400.000 Erkrankte. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter steil an. Bedingt durch die demografische Entwicklung der Bevölkerung ist die Tendenz der Erkrankung an Parkinson steigend.
|
  |
|
SCHÄDEL-HIRN-TRAUMA (SHT) und QUERSCHNITTSLÄHMUNG
|
 |
|
Was ist das? Bei SHT handelt es sich um eine Verletzung des Gehirns, während bei Querschnittlähmungen das Rückenmark betroffen ist. SHT sind zu 80 Prozent Folgen von Verkehrsunfällen. Beim leichten SHT besteht nur eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit und es erfolgt eine schnelle Erholung des Patienten. Bei einem schweren SHT folgt häufig ein längeres Koma.
Wer ist davon betroffen? Jährlich erleiden 180 von 100.000 Menschen ein SHT. 80 Prozent der in eine Klinik überwiesenen SHT sind leichtgradig, zehn Prozent mittelschwer und zehn Prozent schwer. Beim schweren SHT sterben noch immer 30 bis 40 Prozent der Patienten. Etwa 1000 Menschen in Deutschland sind neu von einer Querschnittslähmung betroffen. Mit etwa 70 Prozent sind es mehr Männer als Frauen.
|
 |
|
MULTIPLE SKLEROSE (MS)
|
 |
|
Was ist das? Beim Krankheitsbild der Multiplen Sklerose werden Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark durch Angriffe des eigenen Immunsystems auf die Nervenscheiden zerstört. MS schreitet meist schubförmig voran und hat zunehmende Lähmungen zur Folge.
Wer ist davon betroffen? MS ist die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibender Behinderung. Damit geht häufig eine vorzeitige Berentung im jungen Erwachsenenalter einher. In Deutschland sind 100.000 bis 120.000 Erkrankte registriert. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Erkrankungsgipfel liegt um das 30. Lebensjahr. Derzeit ist keine Heilung oder Vorbeugung möglich, allerdings gibt es immer mehr und immer bessere Medikamente.
|
 |
|
HIRNBLUTUNG
|
 |
|
Was ist das? Durch teilweise massive Blutungen ins Gewebe hinein, werden Teile des Gehirns geschädigt oder sterben ab. Es werden Blutungen in den Subarachnoidalraum (enthält die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit), den Epiduralraum (der die Hirnoberfläche umgibt) und in den Subduralraum (unterhalb der Hirnhäute) unterschieden.
Wer ist davon betroffen? Mit einem Anteil von etwa zehn Prozent sind Hirnblutungen zweithäufigste Schlaganfallursache. Die Ursachen sind meist Bluthochdruck (72 bis 81 Prozent), Rauchen, Alkohol und Drogen. Epidural- und Subarachnoidalblutungen sind meist Folge von äußeren Einwirkungen auf den Schädel. Subarachnoidalblutungen entstehen durch das Platzen von Gefäßaussackungen, sogenannten Aneurysmen.
|
 |
|
GEHIRNTUMORE
|
 |
|
Was ist das? Gehirntumore sind meistens bösartig und gehen nicht von Nervenzellen, sondern vom Stützgewebe (Glia) aus. Zu diesen Gliomen gehören Astrozytome, Oligodendrogliome und gemischte Gliome. Im Gehirn siedeln sich bei Krebsarten, wie beispielsweise dem Lungenkrebs, häufig Metastasen an. Gutartige Tumore wie das Akustikusneurinom sind selten.
Wer ist davon betroffen? Pro Jahr erkranken fünf bis sechs von 100.000 Einwohnern an einem Gliom. Derzeit ist keine Früherkennung möglich. Gutartige Tumore sind durch eine Operation vollständig heilbar. Die Entfernung von Gliomen gelingt jedoch meist nicht komplett, Bestrahlung und Chemotherapie haben nur eine lebensverlängernde Wirkung.
|